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Rast in einem alten Kloster 

für Baßflöte solo (1992/1994)



Rast in einem alten Kloster  habe ich in memoriam John Cage komponiert. Das Stück – revidierte Fassung – ist Suzanne Huber zu ihrem 60. Geburtstag zugeeignet.

Als Cage im August 1992 gestorben war, hatte Reinhard Oehlschlägel eine Reihe von Komponisten gebeten, in memoriam Cage ein kurzes Stück zu schreiben. Ich wußte sofort, was ich komponieren würde und welches Gedicht mir als Grundlage dienen sollte. Damals habe ich auch gedacht, jetzt stellt sich eben als kompositorisches Thema wieder einmal das Eigene und das Fremde.

Der Werktitel bezieht sich auf ein chinesisches Gedicht von Su Dung-Po (1036-1101) in der deutschen 
Nachdichtung von Günter Eich:

Rast in einem alten Kloster

Leg dich hier ins Gras, dann wirst du spüren,
wie die Berge langsam zu dir kommen,
und der große Strom rauscht nahe.
Nachts ist dir der Mond Vertrauter, 
und wo aus den Mauern Sträuche blühen, 
hängen Sterne. Du bist ganz im Zauber
einer alten und verfallenen Landschaft. 

Aus dem Chinesischen 
Bibliothek Suhrkamp, Frankfurt am Main 1973, p. 126

In Ruhe fießende Klanglichkeit, welche die letzten Tiefen unserer Existenz berührt, kann sich auf der Baßflöte in weiten Atemzügen entfalten. In seinen farbig aufgefächerten Gestalten trägt dieses Instrument die Grundtönigkeit immer weiter. Letzte Atemzüge führen heim.

Juli 2000 Y. P.-P.



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